Kontakt

Helena Stanek (geb. Fromm)

Zum Neuen Kloster 7

59823 Arnsberg​

kontakt@helena-fromm.de

  • Black Facebook Icon
  • Black Instagram Icon
  • Black YouTube Icon
  • Schwarz Tripadvisor Icon

© 2018 by Helena Fromm 

Olympische Geschichte

Die Qualifikation


Der Weg zu den Olympischen Spielen war lang, anstrengend und nervenaufreibend. Und ein komplett anderer, als 2007 vor den Spielen in Peking. Die einzige Gemeinsamkeit: Wieder eine Knieverletzung. 3 Monate vor der letzten Qualifikationsmöglichkeit riss mir mein Meniskus im linken Knie. Die Folge: Operation, Reha und ein Kopf, der fast noch mehr Training brauchte als das lädierte Knie. Ich wusste schon hier, dass meine mentale Stärke bei diesen Olympischen Spielen der Knackpunkt zum Erfolg sein wird. Darum arbeitete ich dieses Mal viel intensiver mit meinem Mentaltrainer Uli Kuhl zusammen und wir erarbeiteten ein Konzept, sodass mein Kopf an dem entscheidenden Tag ebenfalls Top Fit ist. 

Zunächst musste aber erst mal die Qualifikation geschafft werden. Ich gehörte sicherlich zu den Favoritinnen in meiner Gewichtsklasse und dieser Rolle war ich mir durch aus bewusst. Nach intensiven Kämpfen schaffte ich die Qualifikation und das Knie hielt ebenfalls. Was sich hier nun so leicht schreibt, war damals natürlich ein enormer körperlicher und mentaler Kraftaufwand. Aber es hatte sich gelohnt und so konnte ich, gemeinsam mit meiner Teamkollegin Sümeyye Manz, zu den Olympischen Spielen nach London reisen. 
 

London 2012

Die Vorbereitung war hart! Aber genau das war immer unser Motto: Umso mehr man in der Vorbereitung erlebt hat, desto weniger kann einen auf der Fläche im entscheidenden Moment überraschen. Und durch die mentale Arbeit, wusste ich natürlich auch immer, wofür dich das ganze mache. Außerdem erinnerte mich die Olympiaflagge über meinem Bett jeden Tag an mein großes Ziel.

Die Nervosität in London war natürlich groß. Meine Familie und viele meiner Freunde wollten mich bei diesem Ereignis unterstützen und das Olympische Spirit fühlen. Größer als die Anspannung war allerdings die Freude, endlich auf der Fläche stehen zu können und zu zeigen, wofür ich all die Jahre trainiert habe. All die Kraft die mir meine Fans gegeben haben, nahm ich mit in meine Kämpfe. Ich war konzentriert von Anfang an, stark in meinen Tritten, clever in meiner Taktik und körperlich sowie mental perfekt eingestellt. Die Halbfinalniederlage gegen die favorisierte Koreanerin musste ich schnell abhaken. Denn ich bekam eine zweite Chance. Und die bekommt man bei Olympia nicht oft! Ich nutze diese Chance und nach einem 8:2 Sieg im Kampf um die Bronzemedaille hielt ich die langersehnte Medaille in den Armen. Freude, Erleichterung, Glück ... Was war entscheidend an diesem Tag? Aus meiner heutigen Sicht: Das große ganze Puzzle besteht aus vielen einzelnen Teilen. Nur mit einem Team aus Familie, Trainer, Freunde und Vertrauen kann man solch einen Erfolg erreichen. 

Der Empfang

Was danach geschah, hätte ich mir niemals schöner vorstellen können. Was solch eine olympische Medaille, natürlich in erster Linie für einen persönlich, aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung bewirkt, zeigt sich sogar heute noch. Auch Jahre danach. 

Nachdem wir im Deutschen Haus in London ordentlich gefeiert haben, ging es für meinen Freund Jendrek (heute Mann) und mich auf das Schiff, mit dem alle Medaillengewinner zurück nach Hamburg gefahren wurde. Der Empfang in Hamburg war unvergesslich. Viele tausend Menschen waren gekommen, um uns Medaillengewinner zu begrüßen. Auch das Sauerland machte sich auf den Weg nach Hamburg, um mich abzuholen. So viele Autogramme hatte ich bislang noch nicht geschrieben. 

Was dann in Oeventrop geschah, kann man wirklich schwer in Worte fassen. Ein kleines Seelendorf stand Kopf und bescherte mir einen Empfang, der wirklich nur im Sauerland machbar ist. Wenn ich heute die Bilder sehe, bin ich immer wieder stolz auf meine Heimat und froh, hier meine Wurzeln zu haben. 

Nach all dem Trubel und mit etwas Abstand zu diesem Erfolg realisiert man erst, wie großartig diese Medaille eigentlich war und wieviele weitere Schritte aufgrund dessen möglich waren. Nicht nur für mich persönlich, sondern eben auch für alle Puzzleteile, die an diesem Erfolg teil hatten. 

zurück