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  • Helena

Mama mit Kind - oder - Kind mit Mama?

Kaum ist das kleine Wunder auf der Welt, muss die Mama zu 100% funktionieren. Noch im Kreissaal mit dem ersten Schrei steht fest; von nun an dreht sich alles nur noch um das Neugeborene. Man stellt seine eigene Person, natürlicherweise, erstmal zurück und versucht, dem Baby all das zu geben, was es verlangt. Das Baby weiß instinktiv sofort was zu tun ist: Essen und schlafen, wenn ich das nicht bekomme --> schreien. Doch die Mama? Fragen über Fragen überkommen einen. Unterm Strich bleibt meist diese eine Frage hängen: Mach ich das hier eigentlich alles richtig?


Eine Antwort gibt es meist nicht. Denn sprechen, ist für Neugeborene noch äußerst schwierig. Erst mit der Zeit lernt man nach und nach die kleine Signale zu deuten und man kann sagen, die verschiedenen Schreiarten zu verstehen. Gottseidank ist Hektor einigermaßen pflegeleicht und es gibt bisher nur den Hungerschrei oder den Müdigkeitsschrei. Eigentlich einfach, oder? Und trotzdem fragt man sich: mache ich das eigentlich richtig?

Ob richtig oder falsch, solange es dem Kind gut geht, sollte es der Mutter auch gut gehen. Doch wann fängt eigentlich die Mutter mal wieder an für sich selbst zu sorgen? Was für sich zu tun? Hier scheiden sich sicher die Geister und ich schildere hier wirklich nur meine Sicht der Dinge. Ich will niemandem zu Nahe treten, denn jeder macht das "Mama sein" für sich auf seine Art und Weise richtig. Wenn es überhaupt ein Richtig gibt.

Endlose Mutterliebe gedeiht am besten, wenn die Mama sich selbst nicht vergisst

Hektor ist jetzt 9 Wochen alt und natürlich dreht sich mein Alltag noch sehr viel um ihn. Wenn er mich braucht, bin ich da und gebe ihm das, was er will. Dennoch bin ich der Meinung, dass man den Alltag des Kindes um seinen eigenen Alltag herum kreieren muss. Man sollte nicht vergessen, dass man auch noch eigene Bedürfnisse hat.


Vor zwei Wochen war ich das erste Mal mit meinem Mann über Nacht bei einer Feier. Jonas und Hektor wurden von meinen Eltern versorgt, besorgt und natürlich verwöhnt. Ich bin froh, solche Eltern zu haben, die viele Kilometer auf sich nehmen, um uns zu unterstützen. Viele Mütter sagen nun vielleicht "oh Gott, wie kann sie nur ihr 7 Wochen altes Babys allein lassen? Ich könnte das nie". Da ich nicht stille, sondern die Flasche gebe, konnte ich diesen Abend ganz beruhigt mit meinem Mann genießen und neue Kraft für die kommenden Tage, ohne Hilfe, tanken. Es tat so gut, mal wieder laut im Zimmer zu reden, im Auto nicht nur Kindermusik zu hören, nicht ständig ein Ohr im Kinderzimmer zu haben und zu hoffen, dass keiner wach wird, auszuschlafen und in Ruhe zu frühstücken ... . Auch wenn es nur ein Abend war, ist man kurz wieder in eine andere Welt getaucht.


Und genau das wollte ich mich mit der Überschrift Mama mit Kind - oder - Kind mit Mama sagen. Ist es so, dass die Mama nur noch für die Kinder lebt oder vielleicht doch so, dass das Kind das Leben der Mama erweitert? Ich bin eher der Typ, Mama mit Kind. Ich finde es wichtig, dass die Mama, also ich selbst, im Mittelpunkt meines Lebens bleibe und das Kind mein Leben bereichert, verschönert, verbessert und letztlich natürlich auch erst vollkommen macht. Trotzdem nehme ich mir ab und an die Freiheit raus und tue das, was für mich persönlich gut ist.

Nach Jonas Geburt habe ich schnell wieder angefangen zu trainieren, habe Wettkämpfe bestritten, bin gereist, war viel unterwegs und habe auch nach einiger Zeit angefangen für den Verband zu arbeiten. Es gab viele Situationen, wo Jonas alleine beim Papa geblieben ist oder "Urlaub" bei Oma+Opa gemacht hat. Durch diese Unterstützung konnte ich letztlich auch mein eigenes Leben weiterleben und die Konzentration auch auf andere Dinge lenken, als nur aufs Mama sein. Und ich muss sagen, es hat allen Beteiligten gut getan. Mir, da ich auch mal wieder etwas anderes sehen/erleben und abschalten konnte. Meinem Mann, denn er hat von Anfang an gelernt, Jonas ins Bett zu bringen und für ihn 24 Stunden zu sorgen. Und meinen Eltern (Oma und Opa für Jonas), denn sie konnten eine sehr intensive Bindung zum Enkeln aufbauen, wodurch es heute noch überhaupt kein Problem ist, wenn ihn Oma oder Opa ins Bett bringt und nicht Mama oder Papa. Jonas hat einfach von Anfang an gelernt, dass, egal wo er ist, immer eine vertraute Person da ist, die sich um ihn sorgt. Nur dadurch konnte auch ich als Mama anfangen, eigene Bedürfnisse zu stillen und mich selbst nicht zu vergessen.


Schwer zu sagen, ob das nun mit Hektor genauso gelingt, denn jedes Kind ist natürlich anders. Trotzdem versuche ich immer Mama mit Kind zu sein und nicht Kind mit Mama.

In diesem Sinne: Mamas, tut was für euch selbst und nehmt eure Männer in die Pflicht :-). Es tut allen Beteiligten gut.


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